Der Präparator – Thriller von Luca Di FulvioRezension über die packende Geschichte um einen Serienmörder
Weit mehr als bloß ein Thriller: In Di Fulvios „Der Präparator" paaren sich grausame Details und wunderschöne Beschreibungen zu einer spannenden Geschichte.
Über Serienmörder gibt es inzwischen ja Bücher wie Sand am Meer. Da muss man sich als Schriftsteller schon etwas Besonderes einfallen lassen, um sich von der breiten Masse abzuheben. Oder aber man profitiert von den Lorbeeren anderer Bücher, die von einem zuvor veröffentlicht wurden. Gleich beides trifft auf Luca Di Fulvio zu, der 2008 mit seinem Thriller „Die Rache des Dionysos“ eine große Schar deutscher Leser begeisterte. Kein Wunder also, dass man bei Bastei Lübbe im Zuge dieses Erfolges nun auch den „Präparator“ herausbringt. Einen Roman, den Di Fulvio bereits im Jahr 2000 schrieb und der auch schon für das italienische Kino verfilmt wurde. Obwohl „Der Präparator“ derart zeitverzögert jetzt auch bei uns erscheint, muss das Buch einen Vergleich mit dem hoch gelobten Thriller „Die Rache des Dionysos“ nicht scheuen, denn der Autor weiß bereits hier schon, wie man einen spannenden, zum Teil recht psychopathischen Plot und einen wunderbaren und anspruchsvollen Schreibstil miteinander vereint. Die Ritualmorde eines SerienkillersIn einer süditalienischen Küstenstadt treibt ein Serienkiller mit grausamen Ritualmorden sein Unwesen. Er tötet scheinbar wahllos Frauen, ritzt ihnen Zeichen in die Haut und ersetzt ihre Gliedmaße durch die einer Holzpuppe. Mal sind es die Arme, dann die Beine. Kommissar Giacomo Amaldi wird recht schnell klar, dass der Mörder mit diesem bizarren Szenario einen makaberen Plan verfolgt, doch er und sein Mitarbeiter Nicola Frese können zwischen den Opfern einfach keine Verbindung herstellen. Und irgendwie scheint auch ihr ehemaliger Kollege Augusto Ajaccio, der gerade im Krankenhaus an einem Hirntumor stirbt, mit dem Fall etwas zu tun zu haben. Doch in der Zwischenzeit bereitet der Killer seinen finalen Coup vor … Menschliche Abgründe im „Präparator“Geschickt beschreibt Di Fulvio neben der Handlung auch das Seelenleben seiner Figuren, die allesamt eine beschädigte Seele haben. So blickt man als Leser ungewollt und doch fasziniert in die verschiedenen menschlichen Abgründe. Besonders beeindruckend ist die Mischung aus detailliert-poetischen Ortsbeschreibungen, die in einem krassen Gegensatz zu den brutalen Taten und kranken Gedanken des Serienkillers, die immer wieder eine zentrale Rollen spielen, stehen. Durch die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Personen wird leider recht schnell klar, wer denn nun der Täter ist. Das tut der Lektüre aber keinen Abbruch, da man erst auf den letzten Seiten erfährt, was den Mörder eigentlich zu seinen abartigen Handlungen treibt. Und genau das ist letztlich der Clou dieses Thrillers: Man weiß, wer es ist, aber nicht, wie man ihn aufhalten kann. Erst zum Schluss werden alle versteckten Hinweise wie ein riesengroßes Puzzle vom Autor zusammengesetzt. Was bleibt, ist das Bild einer grausam-schönen Geschichte. Luca Di Fulvio: Der Präparator. Bastei Lübbe 2009. Taschenbuch, 368 Seiten. Euro 7,95.
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